Reaktion

Neulich auf einer Wanderung rasteten wir zu Zweit auf einer Sitzbank, bzw. es hatte zwei Sitzbänke nebeneinander und eine davon beanspruchten wir für uns und unsere Rucksäcke. Die Stelle war besonnt und man hatte eine grandiose Aussicht ins Tal. Schon ein bisschen müde sogen wir die herrliche Aussicht in uns auf und genossen die Augenblicke auf der gemütlichen Sonnenbank.

Schon bald näherten sich zwei alte Damen ebenfalls mit Rucksack bepackt und machten uns den Sitzplatz streitig! Ohne Gruss begannen sie die Wanderstöcke und den Rucksack meiner Wanderbegleitung wegzustellen. Schuldbewusst wie ich war, nahm ich meinen Rucksack und stellte ihn ebenfalls auf die andere Bank. Ohne Dank und selbstverständlich machten sich die beiden grau behaarten Damen auf der Bank breit und assen schmatzend und mit Vollgenuss ihre Sandwiches.

Im ersten Moment reagierte ich - wie erwähnt - schuldbewusst. Nach diesem Vorfall ärgerte ich mich so sehr, dass ich diesen Platz unverzüglich verlassen musste. Einerseits ärgerte ich mich über die überdurchschnittlich unfreundliche -Hoppla-jetzt-komme-ich-Mentalität- der alten Damen! Und andererseits über meine Reaktion! Meiner Auffassung nach habe ich unangemessen auf ihre nonverbale Aufforderung reagiert. Ich hätte sie mindestens darauf aufmerksam machen können, dass neben uns noch eine leere Bank stand, die sie hätten benutzen können! Notabene mit gleicher Aussicht! Aber nein, ich habe - wie schon so oft - falsch reagiert! Im Nachhinein weiss man immer, was man hätte antworten können/dürfen/sollen.

Zum Glück waren wir auf Wanderschaft. So konnte ich meinen Ärger "ablaufen". Passiert Euch das auch ab und zu?

Herzlichst Manuela Baumgartner

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Kommentare: 1
  • #1

    Bidu (Samstag, 08 Oktober 2016 11:57)

    Leider ist das mir kürzlich auf dem Wohlensee ähnliches passiert. Ich war mit meinem SUP unterwegs und neben mir schwamm eine Frau mit 2 kleinen Kinder ( eines in einem kleinen Gummiboot und das andere nur mit Flügeli). Das kleine Mädchen mit den Flügeli wollte nicht mehr weiterschwimmen und hat protestiert. Die sehr ehrgeizige Mutter hat das Kind aufs übelste Beschimpft und mit all möglichen Drohungen eingedeckt.

    Ich bin nur neben durch gepaddelt, habe den Kopf geschüttelt und nicht reagiert. Etwas später hab ich mich sehr geschämt und bin zurück gefahren. Die junge Familie war aber nicht mehr im Wasser und ich habe sie auch an Land nicht gesehen.

    Ein schlechtes Gewissen blieb den ganzen Tag haften an mir und ich habe mir fest vorgenommen das ich nicht mehr tatenlos zuschauen werde wenn ich ihn eine ähnliche Situation komme und Ungerechtigkeit miterlebe.
    Zivilcourage gefragt !!

    In diesem Sinne, seit laut und lasst euch nichts gefallen!

    B.