Fasten

Persönliche Auszeit. Es gibt verschiedene Fastenmethoden. Bis anhin ging ich jeweils für eine Woche an den Bodensee in ein meditatives Fasten. Heuer gönnte ich mir zwei Wochen Auszeit mit einer Trink-Fastenkur in Weggis in einem Kurhotel.

 

Weggis ist ein verschlafenes Dorf am Vierwaldstättersee. In der ersten Woche der Fastenzeit hing der Nebel über dem Dorf und dem See. Bei den täglichen Spaziergängen peitschte einen der Wind die bissige Kälte ins Gesicht. Umso schöner war anschliessend der Gang in die heisse Sauna. Wenn man die Sonne sehen wollte, musste man mit der Gondel auf die Rigi. Doch das Anstehen an der Talstation animierte mich nicht sonderlich. Deshalb bewegte ich mich in der ersten Woche fast täglich in der Nebelzone.

Was bedeutet nun Fastenzeit? In erster Linie sehr viel Zeit für sich selbst zu haben. Ziel zudem ist es, den Körper zu entschlacken, entgiften und zu regenerieren. Gerade nach Feiertagen wie Weihnachten (mein Geburtstag fällt ebenfalls gerade in diese Zeit) tut es gut, den Körper zu entlasten. Ich gebe es zu: über die Feiertage ist man dazu geneigt, zu oft Alkohol zu trinken und üppiges Essen zu sich zu nehmen.

Durch den Tag geniesst man Tees, Gemüse- und Fruchtsäfte sowie Molke-Drinks. Bouillon ist auch erlaubt; man ernährt sich ausschliesslich von flüssiger Nahrung. Dabei unterstützen uns Leberwickel, Fussbäder, Massagen, etc. Täglich gibts Zusammenkünfte mit Gleichgesinnten und der Kurleitung. Es werden entsprechende Themen behandelt und man tauscht sich untereinander aus.

Ich hatte zudem das Glück, dass ich für mein gebuchtes Arrangement noch ein Upgrade erhalten habe: ein schönes, grosszügiges und warmes Zimmer mit Sicht auf Weggis und See. Eine wohlige und gemütliche Umgebung trägt ebenfalls zum Wohlbefinden bei.

In der übrigen Zeit hat man die Gelegenheit, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Bücher zu lesen, falls man als Hobbie gerne strickt, einer solchen Tätigkeit nachzugehen.

Erst nach einer Woche ohne Essen hat sich in mir ein kleines Hungergefühl breit gemacht. Nach 10 Tagen gewöhnt man sich an das "Nicht-Essen".

Jedoch war ich froh, nach zwei Wochen das Fasten brechen zu dürfen. Der Einstieg wieder ins "normale Essen / Leben" bedarf einer gewissen Zurückhaltung und Vorsicht. Wenn man jedoch die Regeln der Aufbautage mit behutsamer Aufmerksamkeit berücksichtigt, gelingt es ohne Beschwerden sehr gut.

Zur Zeit erfreue ich mich bei bestem Wohlbefinden. Ich kann jedem gesunden Menschen eine solche Auszeit empfehlen. Sie entschleunigt, befreit, man kriegt einen klaren Kopf und es gibt einen ein aufgeräumtes Gefühl.

Herzlichst Manuela Baumgartner

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